Gesundheit: Januar 2012
Apotheker Marcus Talmon-Gros
Portus-Apotheke
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Gesundheitstipp: Erkältungskrankheiten homöopathisch behandeln

Erkältungskrankheiten homöopathisch behandeln

Nachdem wir letzten Monat bereits Erkältungskrankheiten hatten, ergänzen wir dies heute mit Behandlungsmöglichkeiten aus dem Bereich der Homöopathie.
Natürlich sollte bei stärkeren oder länger andauernden Beschwerden, sowie bei bestehenden Grunderkrankungen ein Arzt aufgesucht werden, aber Erkältungskrankheiten können mit etwas Erfahrung gut und schnell behandelt werden. Dies gilt insbesondere bei Kindern, vermutlich weil diese noch nicht so chemisch geschädigt wurden, wie wir Erwachsenen. Die homöopathischen Mittel werden nach einem speziellen Verfahren „verdünnt“ und nehmen mit abnehmender Stoffkonzentration an Wirkstärke zu. Deswegen wird korrekterweise auch nicht von Verdünnen sondern von Potenzieren gesprochen.
Am gängigsten sind D und C Potenzen. Diese Buchstaben bezeichnen das Verdünnungsverhältnis und die nachfolgende Zahl die Menge der durchgeführten Verdünnungsschritte. Je höher die Zahl desto öfter wurde der jeweilige Verdünnungsschritt durchgeführt und desto stärker wirkt das Mittel. Höhere Potenzen sind für den Laien meist nicht zu empfehlen. Wir beschränken uns hier auf D Potenzen und empfehlen für die Selbstmedikation D6 oder D12. Auch wenn es die meisten Mittel auch als Tabletten oder Tropfen gibt, beschränken wir uns auf Globuli (kleine Kügelchen).
Als Dosierungsrichtlinie gilt für die Einzeldosis 5 Globuli bei Erwachsenen und 3 Globuli bei Kindern. Diese Gabe kann im Akutfall stündlich erfolgen und bei Wirkungseintritt bis zum Abklingen der Beschwerden auf 2-3 mal täglich reduziert werden. Ist nach der dritten Gabe keine merkliche Besserung eingetreten, wurde vermutlich das falsche Mittel gewählt und sollte abgesetzt werden. Mit der Gabe eines neuen Mittels kann dann sofort begonnen werden. Die entsprechende Menge Kügelchen wird unter die Zunge gelegt. Sie lösen sich schnell auf und entfalten über die Mundschleimhaut ihre Wirkung.
Natürlich kann in diesem Rahmen nur ein kurzer Anhaltspunkt für die jeweiligen Mittel genannt werden. Der Interessierte findet aber im Buchhandel oder in manchen Apotheken eine große Auswahl an Literatur, die einen guten Einstieg in die Mittelauswahl vermittelt.

Aconitum: bei plötzlichem hohem Fieber, trockene Haut, Angst (auch Flugangst), Unruhe. Oft ausgelöst durch trockene Kälte, kalten Wind
Allium cepa: wässriger Fließschnupfen, brennendes, wundmachendes Nasensekret, milde Tränen, besser im Freien
Arsenicum album: Brechdurchfall, Lebensmittelvergiftung, sich rasch entwickelnde Schwäche, besser durch Wärme, starker Durst nach warmen Getränken
Belladonna: (wird oft nach Aconitum gegeben) wichtiges Fiebermittel mit „glühendem“ Kopf und meist feuchter, schwitziger Haut. Empfindlichkeit gegen Erschütterung, Lärm, grelles Licht. Auch häufiges Mittel bei pochenden, pulsierenden Schmerzen (Migräne, Zahnschmerzen, Fieberkrämpfe), Wärme bessert
Bryonia: stechende ziehende Schmerzen, kleinste Bewegung verschlechtert, besser durch Druck, großer Durst auf kalte Getränke bewährt bei trockenem, schmerzhaftem Husten, Gelenkbeschwerden und Kopfschmerzen
Cantharis: bei stark brennenden Schmerzen, wichtigstes Mittel bei Blasenentzündung
Carbo vegetabilis: Magen-Darmerkrankungen mit Blähungen, Verlangen nach viel frischer Luft, oft auch Kollapsmittel
Chamomilla: Mittelohrentzündung, Durchfall, Fieber, Zahnungsbeschwerden (gereiztes Wesen! – Ruhige Menschen benötigen nie Chamomilla)
Colocynthis: typisch bei Gallen-Darmkoliken, neuralgische Schmerzen des Bewegungsapparates, Hexenschuss Verbesserung durch Wärme und festen Druck
Drosera rotundifolia: tiefklingender heißerer Bellhusten, „Kitzelhusten“ beim Hinlegen, schlimmer nach Mitternacht
Dulcamara: Erkältung, grippaler Infekt, wichtig bei Beschwerden durch feuchte Kälte
Eupatorium: bei Gliederschmerzen, grippalen Infekten. Zerschlagenheitsgefühl.
Euphrasia: brennende Tränen, Lider geschwollen, lichtempfindlich, wichtiges Augenmittel (Bindehautentzündung), auch als Augentropfen zur lokalen Anwendung erhältlich, schlechter im Warmen
Ferrum phosphoricum: sich langsam entwickelndes Fieber relatives gutes Allgemeinbefinden, Schüttelfrost, Ohrenschmerzen
Gelsemium: wichtiges Grippemittel (vor allem, aber nicht nur bei Sommergrippe), Auslöser oft Angst u. Schreck, auch bei Migräne mit Sehproblemen (Doppelbilder)
Hepar sulfuris: bei eitriger Entzündung, stechende pochende Schmerzen, feuchte Wärme bessert. (Unterstützend auch begleitend zur Antibiotikatherapie bei eitriger Angina) extreme Kälteempfindlichkeit
Phytolacca: Halsschmerzen, die bis zum Ohr strahlen, schlechter durch heiße Getränke, aber besser durch Wärme und Ruhe
Pulsatilla: Krankheiten nach Durchnässen (Blase, Schnupfen, Husten), wechselnde Beschwerden, weinerliche Stimmung, fröstelnd aber gerne an der frischen Luft
Rumex crispus: trockener Husten, Kitzelgefühl, an kalter Luft und nach 4 Uhr nachts schlimmer
Spongia :trockener, bellender Husten, Luftnot, schlimmer vor Mitternacht
Veratrum album: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, kolikartige Bauchschmerzen, kaltschweißige Haut, Blässe, bei Kreislaufschwäche und Kollaps, große Schwäche, kalte Getränke bessern

Ein gutes und gesundes neues Jahr wünscht,
Apotheker Marcus Talmon-Gros

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